Die beste Winter-Ernährung, um Dein Haustier stark und gesund zu halten

Inhalt

Du sitzt an einem kalten Wintermorgen neben deinem schnurrenden Kater oder neben dem Körbchen deines Hundes und fragst dich: »Bekommt mein Liebling genug Energie, um durch diese kalte Jahreszeit zu kommen? Ist meine bisherige Fütterung noch ausreichend?« Diese Sorge ist völlig berechtigt und zeigt, wie sehr dir das Wohlbefinden deines Haustiers am Herzen liegt. Der Winter stellt unsere vierbeinigen Familienmitglieder tatsächlich vor neue Anforderungen – und die richtige Ernährung ist eines der wirksamsten Mittel, um sie zu unterstützen.

Warum sich der Nährstoffbedarf deines Haustiers im Winter verändert

Lass mich dir zuerst erklären, was biologisch gesehen im Körper deines Haustieres während der kalten Jahreszeit passiert. Wenn die Temperaturen sinken, muss dein Hund, deine Katze oder dein Kaninchen mehr Energie aufwenden, um die Körpertemperatur zu regulieren – ein Prozess, den Veterinäre Thermogenese nennen. Dies ist besonders bei Tieren mit kürzerem Fell oder kleineren Körpern der Fall.

Studien der University of Illinois zeigen, dass der Energiebedarf von Haustieren im Winter um 15–20 Prozent ansteigen kann. Das ist nicht marginal – das entspricht einer zusätzlichen Mahlzeit pro Woche für einen Hund mittlerer Größe! Gleichzeitig bewegen sich viele Haustiere bei schlechtem Wetter weniger, was wiederum den Stoffwechsel verlangsamt. Es ist also ein Balanceakt: mehr Kalorien für Wärmeerzeugung, aber weniger Aktivität.

Hinzu kommt: Die Winter-Dunkelheit beeinflusst auch die Hormonproduktion deines Tieres. Der Melatoninhaushalt verschiebt sich, was nicht nur den Schlaf-Wach-Rhythmus, sondern auch den Appetit und die Vitamin-D-Synthese beeinflusst. Dein Haustier braucht daher nicht nur mehr Kalorien – es braucht die richtigen Nährstoffe.

Die Säulen einer starken Winter-Ernährung

Eine optimale Winter-Ernährung ruht auf vier tragenden Säulen: hochwertige Proteine, gesunde Fette, Vitamine und Mineralstoffe sowie Antioxidantien.

Hochwertige Proteine sind das Fundament. Sie unterstützen nicht nur den Muskelaufbau, sondern auch das Immunsystem – und genau das braucht dein Haustier im Winter, wenn Erkältungs- und Infektionsviren aktiver sind. Achte darauf, dass Fleisch oder Fisch an erster Stelle der Futterdeklaration stehen. Für Hunde sollte der Proteingehalt mindestens 18–25 Prozent betragen, für Katzen sogar 26–30 Prozent (Katzen sind obligate Fleischfresser und brauchen mehr Protein).

Gesunde Fette – insbesondere Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren – sind Gold wert im Winter. Sie verbessern nicht nur die Fellgesundheit (trockene Heizungsluft setzt vielen Haustieren zu), sondern fördern auch die Wärmeproduktion und unterstützen Gehirn-, Augen- und Herzfunktion. Lachsöl, Leinöl und hochwertige Fischfutter sind ausgezeichnete Quellen.

Vitamin A, C und E fungieren als Immunbooster. Sie schützen die Zellen vor oxidativem Stress – ein biologischer Schaden, der im Winter durch Kälte und weniger Sonnenlicht verstärkt wird. Vitamin D ist im Winter besonders kritisch, da weniger Tageslicht die körpereigene Produktion reduziert. Eine ausreichende Versorgung über das Futter ist entscheidend.

Mineralstoffe wie Zink und Selen unterstützen ebenfalls die Immunfunktion und die Wundheilung – wichtig, wenn dein Haustier sich bei eisigen Bedingungen kleine Verletzungen an den Pfoten zuzieht.

Fünf praktische Tipps für die Winter-Fütterung

1. Erhöhe die Portionsgröße graduell um 10–15 Prozent
Statt plötzlich die Futtermengen zu verdoppeln, erhöhe sie sanft über eine bis zwei Wochen. Das verhindert Verdauungsstörungen und gibt dem Körper Zeit, sich anzupassen. Ein Hund, der normalerweise 300 Gramm Nassfutter pro Tag bekommt, könnte im Winter auf etwa 340–350 Gramm erhöht werden.

2. Integriere hochwertige Omega-3-Quellen
Gib deinem Haustier zwei- bis dreimal pro Woche einen Teelöffel hochwertiges Lachsöl oder Fischöl ins Futter. Das kostet wenig, wirkt Wunder für Fell und Immunsystem und die meisten Tiere lieben den Geschmack. Alternative: Bio-Fisch wie Wildlachs oder Sardinen (ohne Gräten, in Maßen).

3. Nutze temperiertes oder leicht warmes Futter
Wissenschaftler der Royal Veterinary College fanden heraus, dass leicht angewärmtes Futter schneller verdaut wird und weniger Energie für die Verdauung benötigt – die Energieeinsparung wird stattdessen für die Wärmeproduktion genutzt. Gib das Futter direkt aus dem Kühlschrank nicht auf die Schüssel, sondern wärme es auf Körpertemperatur an (etwa 38°C). Das ist besonders bei älteren Haustieren sinnvoll.

4. Integriere eine zusätzliche kleine Mahlzeit
Statt Portionen zu vergrößern, könntest du auch eine zusätzliche kleine Zwischenmahlzeit einführen. Das simuliert natürlichere Fressrhythmen und gibt dem Körper kontinuierliche Energie. Für Katzen: mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt entsprechen ohnehin mehr ihrem natürlichen Jagd- und Fressverhalten.

5. Kontrolliere regelmäßig das Gewicht und den Gesundheitszustand
Wiege dein Haustier alle zwei bis drei Wochen. Eine sanfte Gewichtszunahme im Winter ist normal, aber du möchtest keine Übergewichtigkeit riskieren – die bringt langfristig mehr Probleme mit sich als ein paar extra-Kalorien im Januar. Sprich mit deinem Tierarzt, ob die Ernährungsanpassung für dein individuelles Tier passt.

Die emotionale Dimension: Fürsorge durch Fütterung

Wenn du deinem Haustier im Winter die richtige Ernährung anbietest, tust du weit mehr als nur seinen Bauch zu füllen. Du sagst ihm: »Ich passe auf dich auf. Ich sehe, dass dieser Winter eine Herausforderung ist, und ich unterstütze dich durch diese Zeit.« Das ist ein Akt der Liebe, der sich in einem glänzenderen Fell, leuchtenderen Augen und einem aktiveren Wesen deines Lieblings widerspiegelt.

Dein Haustier verlässt sich vollständig auf deine Entscheidungen. Diese Verantwortung trägt auch eine Würde in sich – die Würde, einen empfindungsfähigen Lebewesen durch die Jahreszeiten liebevoll begleiten zu dürfen.

Ein warmer Schluss

Der Winter mag grau und kalt sein, aber es kann auch eine Zeit sein, in der die Bindung zwischen dir und deinem Haustier wächst. Wenn du dich bewusst mit seiner Ernährung auseinandersetzt, schaffst du nicht nur die physiologische Basis für Gesundheit und Wohlbefinden – du schenkst auch Sicherheit und Geborgenheit.

Vertrau auf dein Wissen, beobachte dein Tier aufmerksam und zweifle nicht daran, deinen Tierarzt zu befragen. Zusammen werdet ihr den Winter nicht nur überstehen – ihr werdet ihn gemeinsam genießen, mit warmem Futter, seidigem Fell und dem wohl besten aller Gefühle: dem Wissen, dass du alles Richtige für dein liebstes Familienmitglied tust.

Christian Unterlechner

Diesen Beitrag teilen

Auf dem laufenden bleiben

Melde dich zum Newsletter an.

Titel

Nach oben